Grade eben habe ich es getan, ich habe die Kündigung für die Domain moritzmusik.de unterschrieben. Ich benutze diese Seite sowieso nicht mehr und sehe nicht ein, warum ich dafür noch 12 Euro pro Jahr berappen soll. Das heißt aber nicht, dass hier alles über den digitalen Jordan geht, denn ihr erreicht mich die Seite mit allen Beiträgen aus alten Zeiten immernoch unter moritzmusik.net.ms oder moritzmusik.redio.de/wordpress
Ende. End. Fin.
14. März 2009
Zitat des Tages
12. November 2008
Steppen ist das neue Schlagzeug
02. November 2008
Ich habe mir grade das neue, wie immer spitzenmäßige “Lieblingslieder” Mixtape des Intro Magazins bei iTunes runtergeladen (Gutscheincode gibts für Lau bei intro.de). Darauf zu finden ist auch die Band “Tilly and the Wall” mit dem Song “Pot Kettle Black”. Bemerkenswert ist, dass anscheinend auf ein Schlagzeug komplett verzichtet wurde und der Rhythmus einfach durch, von Frontfrau Jamie Williams ausgeführten, Stepptanz ersetzt wird. Wie gut ist diese Idee denn bitteschön und warum ist da noch keiner vorher drauf gekommen? Es ist neu, originell und hört sich gut an. Ich kann mir auch vorstellen, dass es bei Konzerten ein spitzenmäßiger, visueller Effekt ist. Gewiss ist es recht anspruchsvoll für Sängerin Jamie, da diese sich, neben den Songtexten, auch auf korrekte Schrittfolgen konzentrieren muss. Abgesehen davon sollte sie auch gut gegessen haben, bevor sie zwei Stunden ohne Unterbrechung auf der Bühne die wohlklingenden, klackenden Geräusche erzeugt…
“Tilly and the Wall” kommen übrings aus Omaha im US-Staat Nebraska. Der gemeine Singer/Songwriter Geek springt jetzt natürlich auf um anzumerken: “Das ist doch die Stadt aus der unser aller Indiemessias Conor Oberst, auch bekannt als Bright Eyes, kommt”. “Besser noch”, kann ich da antworten, denn zwei “Tilly and the Wall” Mitglieder waren sogar mal in einer Band mit dem Herrn Oberst und außerdem sind sie auch bei seinem Label “Team Love Records” unter Vertrag. Von diesem Phänomen, dass wenn man in der gleichen Stadt wohnt und ähnliche Musik hört oder macht, man sich vermutlich über den Weg laufen wird, hab ich schon öfters gehört. Eine Freundin berichtete mir zum Beispiel, dass der kanadische Freund ihrer Schwester Nelly Furtado kennt, da sich beide in der Musikszene Torontos tummelten.
Eine weitere Eigentümlichkeit der Band ist, dass sie einerseits einen Song für die Sesamstraße aufgenommen haben und andererseits oben genannter Song in der Politepisode des Serienremake von “Beverly Hills, 90210″ verwendet wurde. Nun bin ich mir nicht sicher, ob man zu Letzterem gratulieren oder lieber sein Beileid aussprechen soll. Das aktuelle Album heißt, nebenbei bemerkt, “O” und ist schon erhältlich.

Hip Hop, Der
03. Oktober 2008
Anstoß dieses Artikels, da muss ich ganz ehrlich sein, ist die momentan wohl schlechteste Werbung im deutschen Fernsehen, nämlich der Spot für Kinder Maxi King. Dort sieht man so ziemlich alle Stereotypen und Vorurteile die man über Hip Hop haben kann. Obwohl durch dieses Beispiel auch eindrucksvoll bewiesen ist, dass der Hip Hop den Sprung von einer Subkultur ins breite Licht der Öffentlichkeit geschafft hat, bleiben mir immer noch viele Fragen offen. Grund hierfür ist wahrscheinlich die inzwischen beachtliche Größe des Genres, die zwangsläufig eine gewissen Unübersichtlichkeit mit sich bring.
Für mich war Hip Hop nur ein Synonym für Rap, doch wenn man die Definition sucht, erkennt man, dass das Rappen oder auch MCing nur eines von vier Elemente darstellt. Weitere Disziplinen sind nämlich auch DJing, Writing (also Graffiti) und B-Boying (Breakdance). Die Ursprünge des Hip Hops finden sich in den afroamerikanischen Ghettos der 70er, also vor nunmehr über dreißig Jahren. An diese Zeiten erinnert heutzutage jedoch wenig. Hip Hop zu einem knallharten Geschäft geworden. Am besten lässt sich diese Entwicklung wohl daran verdeutlichen, dass Stars der Szene wie Jay-Z und P. Diddy (aka Sean Combs) als Geschäftsmänner ihre eigenen Firmen leiten und dadurch Multimillionäre geworden sind.
Hier existiert auch eine direkte Verbindung zur szenentypischen Garderobe, deren Kreation und Vermarktung so manches Hip Hop Vermögen erst ermöglichte. Es gehört praktisch zum guten Ton eines erfolgreichen Rappers auch eine eigene Modekollektion zu besitzen (wie zum Beispiel auch der Wu Tang Clan, Jay-Z, 50 Cent, P. Diddy und Missy Elliott). Wenn man die Kluft eines Hip Hop Fans genauer betrachtet, beschleicht einen der Gedanke, eben jener kenne sich nicht so genau mit den Größenbezeichnungen von Kleidung aus, den alles scheint ein paar Nummern zu groß gekauft worden zu sein. Angefangen von der Baggyhose, über das nachthemdartigen T-Shirt bis hin zur typischen Baseballmütze, kombiniert mit den Kultstatus besitzenden Nike Air force one, ist alles XXXXL.
Aber auch in der sonstigen Lebensgestaltung hat der Hip Hop seine Tricks und Kniffe, so gehört viel Schmuck zum standesgemäßen Outfit. Dabei gilt: Je teurer das “Bling Bling”, desto besser. Eine Gefahr lächerlich und protzig zu wirken existiert hier nicht, denn das Prinzip ist schlicht und ergreifend: Mehr ist besser. Gleiches gilt auch für die Wahl des Fortbewegungsmittel, worüber ich dank MTVs “Pimp my Ride” wohl nicht mehr informieren muss.
Nicht ausgeschlossen davon ist natürlich die Anzahl der “Bitches”, also der Frauen, die zum Posing und Angeben dienen. Vollbusig und leichtbekleidet ist die Maxime. Auch die Entwicklung von bestimmten Handbewegungen zur Begrüßung hat der Hip Hop so perfektioniert, wie man es nur aus dem dritten Reich kannte.
Nun möchte ich meine kleine Entdeckungsreise aber bei der Musik an sich fortsetzen. Zuerst einmal kommt es mir vor, als sei der Großteil der Hip-Hop-Musik sehr kommerziell und industriell wie am Fließband gefertigt. Es ist als gehe man immer nach dem gleichen Schema vor: Junges Talent + obszöne, beleidigende Texte + oben beschriebene Statussymbole und Erkennungszeichen = nächster, gleicher Hip-Hop-Star ohne Wiedererkennungswert. Auch der deutsche Hip Hop funktioniert fast genauso, den entweder man kopiert, à la Sido, Kool Savas und Co, die amerikanischen Vorbilder mit Songtexten auf Deutsch oder man wird zu einem Spaßhiphoper, was bei Bands wie den “Fantastischen Vier” und “fettes Brot” zwar ganz nett ist, mit der ursprünglichen Musikrichtung Hip Hop jedoch nicht mehr viel zu tun hat. Als Letztes gibt es natürlich noch die Möglichkeit sich peinlich und lächerlich zu machen, so wie Jimi Blue Ochsenknecht.
Doch sucht man ein bisschen weiter, findet man auch im Hip Hop eine Abspaltung von Künstlern, die wieder innovative Elemente in’s Genre bringen und abseits der bewehrten Fade experimentieren. Hierzu gehört beispielsweise Snoop Dogg, der angenehm humorvoll und unverkrampft an die Sache geht und sich sogar traut, mal zu singen. Auch Künstlerinnen wie M.I.A., die neue Beats und Einflüsse einbringt, genauso wie ihre Kollegin Santogold, sind zwar unglaublich bei den erfolgreichen Produzenten, welche die sonst immer gleich klingen Lieder verbrochen haben, sehr gefragt, arbeiten aber lieber mit neuen, unbekannten Köpfen zusammen und scheren sich nicht um das ganze System, das sonst dieses Genre bestimmt. Auch die von mir neulich entdeckte Band “Yo Majesty” bringt frischen Wind in die, meiner Meinung, kurz vor dem künstlerischen Infarkt stehenden Musikrichtung, in dem sie in ihren Songs wie “Kryptonite Pussy” herrlich vulgär sind und so die chauvinistische Männerhochburg Hip Hop förmlich zusammentreten.
Obwohl dieses Genre in all seiner “Spießigkeit” und Gleichartigkeit zu ersticken droht, finden sich auch hier Innovatoren, die dem Genre neues Leben einhauchen könnten. Nur ist es schwer diese, unter all dem musikalischen Klonen zu finden.
Ansichten und Einsichten
25. September 2008
Ein kleiner Artikel auf die Schnelle. Mehr folgt irgendwann, bald.
Kleine Geschichte zu Anfang: Neulich, als ich die H&M Filiale am Kröpke verließ, ging eine Gruppe vielleicht 15 jähriger, hoch pubertärer Mädchen hinter mir. Sie waren schon die ganze Zeit am kichern und gackern. Vor mir sah ich einen Jungen, circa in meinem Alter, mit blondem, stark ins Gesicht gekämmtem Pony. Kein Zweifel, ein so genannter “Emo”, dachte ich, doch grade als mir dieser Gedanke durch den Kopf schoss hörte ich hinter mir die Prevolljährigen quietschen: “EMO”. Schlagartig und unerwartet folgte die Antwort des Angesprochenen. Er schrie laut: “Forever”. Die Mädchen und besagter Subkulturist gingen fröhlich weiter.
Doch nicht immer gehen Treffen dieser Art so glimpflich aus wie hier. In Mexiko beispielsweise, hat sich eine Allianz aus Metall Fans und Skatern gebildet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Emos zu verprügeln.
Man mag ja denken was man will, und ich gebe zu, auch gerne mal über die Marotten dieser Jugendkultur zu lästern (siehe ältere Einträge), dennoch sollte man nicht mit Marotten wie diesen beginnen. Ich werbe also für ein friedliches Miteinander der Kulturen, sozusagen. Als guten Vorsatz hier noch das Video zu ”Cape Cod Kwassa Kwassa” von Vampire Weekend, das sich wohl am Besten beschreiben lässt als O.C. California trifft auf Emokultur. Bitteschön:
Pete Doherty 2.0
04. August 2008
Kaum ein Tag vergeht an dem die Boulevardpresse nicht über Amy Winehouse und ihre neusten Eskapaden berichtet. Meist wird mit dramatischer und heuchlerisch besorgter Stimme auf den “Ernst” der Situation hingewiesen. Im Endeffekt läuft es dann eigentlich immer darauf hinaus, dass der Beehives-Frisur tragenden Sängerin ein baldiger Tod prognostiziert wird. Natürlich spielt Musik in diesem Kontext noch nicht mal eine Nebenrolle, fast wie man es aus der Berichterstattung über Pete Doherty kennt, der nun wahrscheinlich zu “normal” geworden ist, da er weder tot ist, noch eine berühmte Freundin hat.
Doch auffallend ist auch, dass Amy Winehouse erst seit ihrem exzessiven Drogenmissbrauch und gescheiterten Privatleben wirklich berühmt und erfolgreich ist, obwohl, meiner Meinung, die Qualität ihrer Musik rapide abgenommen hat. Immerhin hat sie, wohl dadurch bedingt, dass sie kein neues Material mehr aufnehmen kann, fünf der zehn Tracks aus ihrem Album “Back To Black” als Single veröffentlicht. Die Musikindustrie hat das Potential, das hinter diesen Schlagzeilen steckt, schnell erkannt und versucht damit soviel Geld zu scheffeln wie möglich.
Obgleich es keiner zugeben möchte, ist diese, für Mrs. Winehouse schreckliche Situation, für das Marketing ihrer Musik Gold wert gewesen. So gehen die Leute doch nur auf ihre Konzerte um diesen psychologischen Verkehrsunfall anzugaffen und um später den sensationsgeilen Bekannten zu erzählen, wie es war. Insgeheim hoffen viele wohl auch, dass sie bald stirbt und man nachher behaupten kann, man habe eine Ikone, zu der sie sicherlich dann stilisiert wird, live gesehen zu haben. Schließlich will man die Chance, wie man es bei Kurt Cobain tat, nicht verschlafen, sondern selbst als “echter Fan der ersten Stunde” mitreden können.
Bezeichnend finde ich auch dieses Zitat, das ich neulich aufschnappte: ”Diese Frau macht ja unglaublich gute Musik, aber das mit den Drogen bringt sie bald in’s Grab”. Dermaßen bigott ist unsere Gesellschaft also. Man tut so als würde man sich für die Musik interessieren und sei vom Privatleben geschockt. Aber warum mochte das Publikum Amy Winehouse’ Musik dann noch nicht vor zwei Jahren, als sie noch keine Essstörung, Drogenprobleme und Tattoos hatte? Ich erinnere mich zum Beispiel an einen Auftritt bei “Sarah Kuttner”, als Amy Winehouse ihr Debütalbum Frank und die Single “Fuck Me Pumps” vorstellte. Doch damals war sie einfach zu gewöhnlich. Jetzt schlägt sie Fans und hat durch das Crack rauchen ihre Lunge zerstört, doch die Massen lieben sie. Amy Winehouse ist das momentane Enfant terrible der Musikwelt, fragt sich nur wie lange noch.
Zum dahinschmelzen - Das Melt! Festival 2008
24. Juli 2008
Endlich war es so weit! Letzten Freitag machte ich mich voller Vorfreude in Richtung Gräfenhainichen, genauer gesagt Ferropolis, zum Melt Festival auf. Nach der etwas beschwerlichen Anreise, bei der mein Bruder und ich über eineinhalb Stunden vor dem Dessauer Bahnhof auf den Bus, der uns zum Zeltplatz bringen sollte, warten mussten, waren wir auch schon bereit. Jetzt noch schnell das Ticket gegen das schicke, schwarz-lila Bändchen tauschen und auf zu den, schon von weitem erkennbaren Braunkohlebaggern, die auch zur einmaligen Atmosphäre des Festivals beitragen.
Eröffnet wurde der Freitag von “Fotos”, die wir jedoch nur am Rande wahrnahmen, da wir erstmal eine Entdeckungstour über das Gelände machten um die riesigen Stahlmonster mal aus der Nähe zu betrachten und den Ausblick vom Ufer des Gremminer Sees, der das Areal umschließt, zu genießen. Nachdem wir uns noch eine kleine Verschnaufpause auf den den Betonstufen vor der Hauptbühne während des Auftrittes von “Lightspeed Champion” gönnten, war es nun acht Uhr und der Gig von “Blood Red Shoes” stand kurz bevor. Ich freute mich zwar auf Songs wie “It’s Getting Boring By The Sea”, hatte jedoch keine großen Erwartungen an das Duo aus Brighton. Eine Dreiviertelstunde später war ich erschöpft und beeindruckt. Eine solche Begeisterung und Energie hätte ich nie von dieser Band erwartet. Nicht so positiv überrascht war ich von dem anschließenden Auftritt der “Teenagers” auf der kleineren Gemini Stage, den ich nach kurzer Zeit verliess, da ich es irgendwie lächerlich fand, wie der Frontmann dieser neuen Hypeband sich ständig über das zu helle Licht beschwerte und sich deshalb sogar mit dem Rücken zum Publikum stellte. Nun, kurz vor dem Auftitt von “Ms. British” aka Kate Nash passierte etwas wenig erfreuliches: es fing an zu regnen. Nach einem kleinen Klamottenwechsel im Zelt konnte es aber schon weitergehen und wir besuchten bei wieder regenfreiem und nun nachtschwarzem Himmel das Konzert von “dEUS”. Die Band selbst ist zwar nicht so mein Fall gewesen und ich ging vornehmlich meinem Bruder zu liebe mit, doch allein wegen der Lichtinstallationen, die nun die Bagger in bunte Farben und sogar mit Feuerbällen erleuchteten, hat es sich schon gelohnt.
Mittlerweile ist es Samstag und ebendieser war mit erstklassigen Auftritten nur so gespickt. Als wir zum Gelände aufbrachen freute ich mich also schon “Franz Ferdinand” live zu sehen und die neuen Songs nach der Kreativpause zu hören. Aber zuerst stand der Auftritt von “Fujiya & Miyagi” an, der nicht nur musikalisch sonder auch visuell durch eine aufwändige Animation mit Würfeln im Hintergrund der Band beeindruckte. Anschließend hetzten wir zur Main Stage um einen guten Platz während des kurz bevorstehenden “Notwist” Gigs zu sichern. Doch das Wetter machte uns wieder einen Strich durch die Rechnung und es fing so heftig an zu regnen, dass wir auf den Zeltplatz zurückkehren mussten, da Schuhe, Hose und Regenjacke (!) komplett durchnässt waren. Also schlüpften wir kurz in unsere Schlafsäcke um uns wieder aufzuwärmen und hofften auf besseres Wetter während der nächsten Konzerte. Doch es geschah was nicht hätte geschehen sollen. Mein Bruder und ich schliefen ein und wachten erst am nächsten Morgen auf. Ich hatte sie also alle verpasst: “Franz Ferdinand” und ihre neuen Songs, “Roisin Murphy” und ihr hautenges Oberteil sowie “Jape” und “Uffie”. Ich könnte mich immer noch grün und blau ärgern, aber das bringt ja nichts.
Wenigstens entschädigte der Sonntag die verschlafenen Konzerte mit strahlendem Sonnenschein und so war es möglich die gut gelaunten “Los Campesinos!” zu genießen, sich über “den Rapper” bei “Neon Neon” zu wundern, der aussah wie Andy von “Little Britain” und sich an einer beeindruckenden Show von “Get Well Soon” zu erfreuen. Da drei der fünf Bühnen schon abgebaut wurden, füllte es sich merklich als “Hot Chip” um kurz vor neun die Bühne betraten und die ausgelassene Menge gekonnt zum tanzen brachte. Es lief folglich alles auf das große Finale zu: Der Auftritt von Björk. Eine kleine Geschichte am Rand: Während der langen Um- und Aufbauarbeiten liefen anstatt der sonst sehr gut ausgesuchten Musik vom “Team Recorder” traditionelle, wahrscheinlich chinesische Volksgesänge, wordurch das Publikum etwas verstört wirkte.
Doch dann war es soweit, die kleine, isländische, Journalisten verprügende und Schwanenkleid tragende Sängerin betrat mit einem, wie zu erwarten, extravaganten Outfit und einer zehnköpfigen Mädchenblaskapelle die Bühne. Eigentlich mochte ich Björks Musik nie so wirklich, habe mich jedoch auch nie weiter damit auseinandergesetzt. Ich erwartete zwar schon eine beeindruckende Show, wollte aber schon frühzeitig gehen, damit ich meine Sachen noch einpacken könnte. Soviel vorweggenommen: Ich blieb bis zum Schluss. Denn das Konzert war überwältigend. Immer wenn man dachte man wisse was komme, änderte sich die Stimmung komplett, von wütend, aggressiv zu melancholisch und traurig. Wenn ich mir vorstelle wie die Menschen in Zukunft Musik machen werden, dann ist es so wie Björk es jetzt schon tut. Gegen sie wirkt alles andere gleich und uninnovativ. Anstatt Gitarre und Co bedient Björks Band große Touchbildschirme, die mit einer Art von Kristallen bedient werden. Es ist einfach schwer zu beschrieben, weil man soetwas noch nicht gesehen hat. Trotz all der futuristischen Elektronik harmonierte das Konzept auch mit der klassischen Blaskapelle. Durch einige, das Konzert verlassende Besucher merkte man jedoch auch, dass diese Musik nicht jedermanns Geschmack ist und Björk durchaus polarisiert.
Was bleibt also hängen? Trotz einigen negativen Aspekten, wie dem Regen oder den zu vollen Bussen (für die sich die Veranstalter jedoch lobenswerterweise in einem offenen Brief entschuldigten und Besserung geloben) ist das Melt! ein besonderes und zu empfehlendes Festival. Dies merkt man auch daran, dass es viele internationale Besucher gibt die einen weiten Weg auf sich nehmen (wir trafen sogar jemanden aus Australien). Auch das Publikum ist, nun ja, besonders. Man kann dort modisch eigentlich nichts falsch machen, denn man trägt was immer man will. Wo trifft man sonst schon Männer mit pinken Leggins oder Damen, die ihr Gesicht komplett in Neonfarben bemalt haben. Eine Erkärung findet man vielleicht in folgendem Satz, den mich eine junge Engländerin fragte: “Do you know where I can buy weed or pills?”. Also wenn ihr nächsten Sommer nichts vorhabt, ist das Melt! Festival wirklich einen Besuch wert. Wir sehen uns.

Bilder (ohne Slideshow hier)
Wunder gibt es immer wieder
29. Juni 2008
In diesen Minuten läuft das Endspiel der Fußball Europameisterschaft. Aber das juckt mich mehr oder weniger überhauptnicht. Dennoch ist dieser Tage eine sehr interessante Entwicklung zu beobachten, denn meine Lieblingsband hat die Hymne zu diesem Sommerevent komponiert und arrangiert. Die Rede ist natürlich von “Seven Nation Army” von den White Stripes, nun wohl besser bekannt unter “Baaa-ba-ra-ba-ba-baaa-baaa”.
Zugegeben, das ist ja auch schon ein Ohrwurm und eignet sich durch die minimalistische und einprägsame Melodie, wie sie typisch für die White Stripes ist, prima zum mitgrölen. Neuerdings laufen die Fußballer sogar offiziel zum rhytmischen Trommeln Meg Whites ein. Eigentlich abstrus, dass ein fünf Jahre alter Song die Herzen der Fans erobert. Neu ist dieses Phänomen eigentlich nicht, denn wie ich bereits in einem älteren Eintrag schrieb, setzte sich das Lied schon vor längerer Zeit als Stadionhymne in Italien durch. Doch nun schafft der Song auch in Deutschland den großen Durchbruch und führt zur Zeit sogar die Downloadcharts von iTunes (Bild unten) an.
Was sagen die White Stripes wohl selber dazu? Da Jack und Meg eher selten Interviews geben, habe ich nur ein Zitat aus dem NME zur Fußball Weltmeisterschaft 2006 gefunden, bei dem die Melodie erstmals in die Stadien einzog. Jack White dazu: “I am honoured that the Italians have adopted this song as their own.”
Von ihm gibt es also grünes Licht. Mir drängt sich hingegen die Frage auf, wie das Lied den Durchbruch im Fußballzirkus schaffen konnte, denn “der Hype” setzt ja erst viele Jahre nach erscheinen der CD ein. Außerdem bin ich mir noch unsicher wie ich selbst dazu stehe. Soll ich mich freuen, dass die Masse nun vielleicht die Brillianz der White Stripes entdeckt, wie einst ich es durch “Seven Nation Army” tat und die Stripes so zum verdientem Ruhm kommen oder sollte ich mich ärgern, weil jetzt jeder Idiot das Lied kennt und betrunkene Mitglieder der jungen Union sich die Melodie durch penetrantes grölen zu Eigen machen?
Vielleicht werden die White Stripes eines Tages vor einem Spiel auftreten und ihren Song live darbieten. So würde man mir Fußball wohl endlich mal schmackhaft machen können ;-).

Mach das weg. SOFORT
18. Mai 2008
Wie ihr vielleicht noch wisst, pflege ich eine Abneigung gegenüber Musiknazis, diesen Menschen, die Musikgeschmäcker, die nicht ihren eigenen Vorlieben entsprechen anhand von Vorurteilen ablehnen und keine Meinung neben ihrer eignen akzeptieren. Solch intolerantes Verhalten wiedert mich wirklich an. Jedoch gibt es natürlich auch einige Kapellen die ich nicht so recht schätze kann, ich aktzeptiere trotzdem Personen die dies tun. Also hier einige Bands, denen ich mal meine Meinung sagen möchte. Übrings, Tokio Hotel ist nicht dabei, da ich von denen nicht so viel mitbekomme und zweitens dieses jugendlich Herumgeprügel auf der Band nicht gutheißen kann.
Nickelback
Was passiert wenn man die schon schwer erträglichen Bon Jovi mit einem Lockenstab kreuzt? Richtig, man erhält diese “Rockquintet” aus Kanada. Nette Geschichte zur Namensfindung, die meine Abneigung nur noch unterstützt: Da einer der Gebrüder Kroeger, die für das Entstehen der Band verantworlich gemacht werden können, bei Starbucks immer eintönig: “Here’s your Nickel (also 5 cent) back” antworten musste und man sich nach einem Bandnamen umsah, dachte dieser wohl: “Oh, was kann ich den besonders gut? Ach ja, Leuten 5 cent zurückgeben. Dann nennen wir die Band doch so.” So oder so ähnlich hat es sich wohl zugetragen. Ich hoffe das ist nicht verleumderisch, aber beim hören von Nickelbacksongs, drängt sich mir das Bild von einer Party des Ku-Klux Klans auf.
Die Toten Hosen
Erinnert sich noch jemand an diese seltsame Semidokumentation über die Toten Hosen auf MTV? Diese Sendung ist unteranderem daran Schuld, dass mir diese Band auf den Geist geht. Ich erinnere mich noch an eine Folge, in der die Hosen auf der Suche nach selbstgebrannten Schnaps durch Polen gereist sind. Bezeichnenderweise gehört auch die bekannteste Proll- und Saufhymne, “Eisgekühlter Bommerlunde”, zum frühen Schaffen der Band. Desweitern wird mir wohl den Rest meines Lebens schleierhaft bleiben, warum man jedes zweite Festival durch einen Auftritt der Toten Hosen verderben muss.
Gentleman
Eigentlich hab ich nicht wirklich was gegen Gentleman, aber er muss als Beispiel für meine generelle Abneigung gegen Raggae dienen. Raggae macht mich aggressiv und sauer. Wenn ich diese Musikrichtung höre, habe ich den Drang den Raum zu verlassen und wenn das nicht möglich ist, fange ich an zu pöbeln. Ich kann das einfach nicht kotrollieren, es ist wie ein Urinstinkt den man nicht unterdrücken kann. Zum Glück wohne ich nicht in Jamaika, da hätte mich der anhaltende Raggaekonsum wohl zum Mörder gemacht.
Billy Talent
Billy Talent, was soll ich sagen, die habe ich durch Zufall schonmal auf dem Hurricane ertragen müssen. Wieso schwitzen die immer auf der Bühne, als würden sie ein Konzert auf der Sonne geben? Naja, wahrscheinlich eine weitere Folge des schrecklichen Klimawandels. Aber warum dann das viele Schreien? Ich vermute. dass man so eine agressive Grundhaltung zum Ausdruck bringen will, jedoch hat das bei mir zur Folge, das ich Nichts verstehe und den Liedsinn nur um die Ecke erahnen kann. N’ Akkustikalbum mit den Herren stell ich mir grade recht nett vor, aber dazu wird es wohl nicht so schnell kommen, denn an Fans mangelt es Billy Talent nicht, da rekrutieren sie einfach die Kinder, die noch nicht im Linken Park Alter sind. Schrecklich, wie sich Menschen in der Pubertät benehmen.
Selbst gemacht - Videofundstücke
25. März 2008
Liebes YouTube,
Danke das du es möglich machst, dass jeder Videos hochladen kann. Zugegeben, manchmal wird diese Möglichkeit missbraucht, wenn jemand zum Beispiel das tausendste Party oder Furzvideo, dass einfach keine Sau interessiert bei dir hochläd. Aber manchmal verbirgt sich zwischen all dem Schlamm der sich an deinem Grund angesammelt hat dann doch die ein oder andere Perle (nicht was du jetzt wieder denkst…). Es sind Videos die deine Existenz dann doch rechtfertigen und für die wir dich alle lieben. Ähnlich verhält sich das ganze übrings mit deiner missratenen Schwester mySpace, die ja, wenn man nach dem Äußeren urteilen, wirklich ernste Probleme mit halluzinogenen Drogen hat, aber das ist ein anderer Hut.
Zurück zu dir. Es gibt ja doch noch kreative Menschen, die deinen Umgang pflegen, wie zum Beispiel der nette Herr, der sich die Mühe gemacht hat und dir ein schickes Video zu “It’s Only Love” von “The Maccabees” selbstgeklöppelt hat. Ein wahres Meisterwerk!
Aber es gibt natürlich auch ein paar Personen, die dir zwar was Gutes tun wollen, aber eher das Gegenteil bewirken, wie neulich die junge Dame, die zu “Kaputt” von “Madsen” ein bisschen Regisseur spielen wollte. Aber leider ist es nicht so eine gute Idee einfach zum Text passende Bilder zu googeln und aneinander zu schneiden.
Dennoch, in der Vergangenheit hat sich ja schon gezeigt, dass sich gute Ideen durchsetzen, so wie bei den Jungs von “OK GO” die mit “Here It Goes Again” und natürlich deiner Hilfe einen fulminanten Karierre starten konnten.
Auch wenn sich viele Profis in deiner Gegenwart rumtreiben und wirklich große Meisterwerke schaffen, gibt es dennoch die vielen Kleinen die ihnen nacheifern und trotzdem etwas ganz Nettes ohne viel Geld aber mit großem Zeitaufwand und viel Leidenschaft kreieren.
Machs gut und viele Grüße,
Moritz
(cc) Moritz Scholz
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